Die Frage „Welche Schriftart soll ich nehmen?“ hat selten eine einzige richtige Antwort – aber es gibt für jeden Zweck bewährte Empfehlungen und typische Fehler, die man leicht vermeidet. Entscheidend ist fast immer nicht die exakte Schrift, sondern ein einheitliches, ruhiges Gesamtbild. Die folgenden drei Ratgeber decken die häufigsten Anlässe ab.
Welche Schriftart für die Bewerbung?
Kurz gesagt: Nehmen Sie eine ruhige, gut lesbare Schrift wie Georgia, Cambria, Calibri oder Arial in 11–12 pt. Wichtiger als die exakte Wahl ist ein einheitliches, aufgeräumtes Dokument.
Bei einer Bewerbung soll die Schrift nicht auffallen, sondern den Inhalt klar transportieren. Personalverantwortliche überfliegen Unterlagen oft in wenigen Sekunden – eine saubere, vertraute Schrift hilft dabei. Verwenden Sie im Anschreiben, im Lebenslauf und auf dem Deckblatt dieselbe Schrift.
Empfohlene Schriftarten:
- Serifenlos: Calibri, Arial, Helvetica – klar und modern
- Serif: Georgia, Cambria – seriös und gut lesbar
- für den Bildschirm optimiert und auf jedem System vorhanden
Für den Fließtext eignen sich 11 bis 12 pt, für Überschriften etwas mehr. Achten Sie auf ausreichend Zeilenabstand (etwa 1,15 bis 1,3) und großzügige Ränder. Diese Fehler sollten Sie vermeiden: verspielte Schreibschriften, mehrere verschiedene Schriften im selben Dokument, zu kleine Schrift und durchgehende Großbuchstaben in ganzen Absätzen. Ob Serifenschrift oder serifenlose Schrift, ist Geschmackssache – bleiben Sie nur konsequent bei einer Wahl.
Welche Schriftart für ein Logo?
Kurz gesagt: Wählen Sie eine Schrift, die zur Persönlichkeit der Marke passt und in kleinen Größen klar bleibt. Für Wortmarken sind gut gezeichnete Grotesk- oder Serifenschriften meist die sicherste Wahl.
Ein Logo muss über viele Größen und Hintergründe hinweg funktionieren – vom Briefkopf bis zum App-Icon. Anders als bei Fließtext dürfen Logo-Schriften ruhig auffallen; wichtig ist, dass sie zur Marke passen. Welcher Stil passt wozu?
- Grotesk (serifenlos): modern, klar, technisch – gut für Tech und Dienstleistung
- Serif: traditionsbewusst, hochwertig – gut für Beratung, Finanzen, Manufaktur
- elegante Antiqua: edel – gut für Mode, Kosmetik, Luxus
- Schreibschrift: persönlich, handgemacht – gut für Café, Handwerk, Boutique
Prüfen Sie das Logo in sehr kleiner Größe und in Schwarz-Weiß: Feine Details und hoher Strichkontrast gehen dort schnell verloren. Achten Sie außerdem auf die Buchstabenabstände. Und wichtig: Für ein Logo brauchen Sie eine Schriftlizenz, die die kommerzielle Nutzung erlaubt. Open-Source-Schriften (etwa mit SIL Open Font License) lassen sich meist frei verwenden; bei kommerziellen Schriften ist eine gesonderte Lizenz nötig. Anregungen liefern die modernen und eleganten Schriftarten.
Welche Schriftart für eine Website?
Kurz gesagt: Nehmen Sie eine gut lesbare, für den Bildschirm optimierte Schrift und laden Sie möglichst wenige Schriftschnitte. Systemschriften oder schlanke Open-Source-Fonts sind schnell und zuverlässig.
Auf Websites entscheidet die Schrift über Lesbarkeit und Tempo zugleich. Zu viele oder zu schwere Schriftdateien verlangsamen die Seite und verschlechtern die Core Web Vitals. Mit einer oder zwei sorgfältig gewählten Schriften erreichen Sie ein ruhiges, professionelles Bild – und eine schnelle Seite.
- Systemschriften (System-UI): laden sofort, keine zusätzliche Datei
- schlanke Open-Source-Fonts wie Inter, Open Sans oder Source Serif
- eine Schrift für Überschriften, eine für den Text – mehr braucht es selten
Jeder zusätzliche Schriftschnitt ist eine eigene Datei. Beschränken Sie sich auf die Schnitte, die Sie wirklich verwenden; variable Fonts bündeln viele Schnitte in einer Datei. Binden Sie Schriften selbst gehostet ein und nutzen Sie „font-display: swap“, damit Text sofort sichtbar ist. Achten Sie auf ausreichende Größe (rund 16–18 px), genug Zeilenabstand und guten Kontrast.
Häufige Fragen
Ist Times New Roman für Bewerbungen noch zeitgemäß?
Times New Roman ist gut lesbar, wirkt aber etwas altbacken, weil sie lange Standard war. Georgia oder Cambria sind modernere Serifen-Alternativen.
Darf ich jede Schrift für ein kommerzielles Logo verwenden?
Nein. Sie brauchen eine passende Lizenz. Open-Source-Schriften erlauben die kommerzielle Nutzung meist ausdrücklich; bei kommerziellen Schriften sollten Sie die Lizenzbedingungen prüfen.
Sind Google Fonts schlecht für die Ladezeit?
Nicht grundsätzlich. Problematisch wird es, wenn viele Schnitte extern geladen werden. Selbst gehostete, reduzierte Schriften sind meist schneller und datenschutzfreundlicher.
