Typografie-Glossar

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Typografie-Glossar – Fachbegriffe von A bis Z kurz erklärt.

Serife, Grotesk, Ligatur, Kerning: Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Schrift – kurz erklärt und mit Querverweisen zu Kategorien und Ratgebern. Das Typografie-Glossar hilft beim Einordnen fremder Schriften und beim Verstehen der Empfehlungen auf schriften.de.

Antiqua

Sammelbegriff für Schriften mit Serifen.

„Antiqua“ bezeichnet die Serifenschriften der lateinischen Schrift – im Gegensatz zur serifenlosen „Grotesk“. Man unterteilt sie u. a. in Renaissance-, Barock- und klassizistische Antiqua.

Siehe auch: Serifenschriften

Grotesk (Sans Serif)

Serifenlose Schrift ohne Endstriche.

Grotesk-Schriften verzichten auf Serifen und haben meist geringen Strichkontrast. Im Englischen heißen sie „Sans Serif“. Sie wirken klar und modern und sind am Bildschirm sehr robust.

Siehe auch: Serifenlose Schriften

Serife

Kleiner Endstrich („Füßchen“) an Buchstaben.

Serifen sind die feinen Abschlussstriche an den Enden der Buchstaben. Sie führen das Auge entlang der Zeile und geben Schriften einen klassischen, ruhigen Rhythmus.

Siehe auch: Serifenschriften

Slab Serif (Egyptienne)

Serifenschrift mit kräftigen, rechteckigen Serifen.

Slab Serifs (deutsch oft „Egyptienne“) haben betont kräftige, meist rechteckige Serifen und wenig Strichkontrast. Sie wirken robust und werden gern für Plakate und Retro-Designs verwendet.

Siehe auch: Retro-Schriften

x-Höhe

Höhe der Kleinbuchstaben ohne Ober- und Unterlängen.

Die x-Höhe ist die Höhe der Gemeinen ohne Ober- und Unterlängen – gemessen am Buchstaben „x“. Eine große x-Höhe verbessert die Lesbarkeit bei kleinen Größen, kann aber gedrungen wirken.

Versalhöhe

Höhe der Großbuchstaben (Versalien).

Die Versalhöhe ist die Höhe der Großbuchstaben von der Grundlinie bis zur Oberkante. Sie liegt meist etwas unter der Höhe der Oberlängen.

Oberlänge

Teil der Kleinbuchstaben oberhalb der x-Höhe.

Als Oberlänge bezeichnet man den Teil von Buchstaben wie „b“, „d“, „h“ oder „k“, der über die x-Höhe hinausragt.

Unterlänge

Teil der Kleinbuchstaben unterhalb der Grundlinie.

Die Unterlänge ist der Teil von Buchstaben wie „g“, „j“, „p“, „q“ oder „y“, der unter die Grundlinie reicht. Enge Zeilenabstände lassen Unterlängen mit den Oberlängen der nächsten Zeile kollidieren.

Grundlinie (Baseline)

Die Linie, auf der die Buchstaben stehen.

Die Grundlinie ist die gedachte Linie, auf der die meisten Buchstaben aufsitzen. Runde Formen wie „o“ ragen minimal darunter (Überschießen), damit sie optisch gleich groß wirken.

Punze

Der eingeschlossene oder halboffene Innenraum eines Buchstabens.

Die Punze ist der von Strichen umschlossene Weißraum, etwa im „o“, „e“ oder „a“. Große, offene Punzen verbessern die Lesbarkeit, vor allem bei kleinen Größen.

Siehe auch: Serifenlose Schriften

Ligatur

Zusammengezogene Buchstabenverbindung, z. B. „fi“ oder „fl“.

Eine Ligatur verbindet zwei oder mehr Buchstaben zu einer Form, damit sie nicht unschön kollidieren – klassisch bei „fi“ und „fl“. Gute Schriften enthalten Ligaturen, die viele Programme automatisch setzen.

Kerning (Unterschneidung)

Anpassung des Abstands zwischen einzelnen Buchstabenpaaren.

Kerning regelt den Abstand zwischen bestimmten Buchstabenpaaren (z. B. „AV“ oder „To“), damit sie gleichmäßig wirken. Es betrifft einzelne Paare – anders als die Laufweite, die den ganzen Text betrifft.

Laufweite (Tracking)

Der gleichmäßige Zeichenabstand über einen ganzen Text.

Die Laufweite (auch Spationierung oder Tracking) beschreibt den gleichmäßigen Abstand zwischen allen Zeichen. Große Überschriften vertragen etwas weniger, gesperrte Versalien etwas mehr Laufweite.

Zeilenabstand (Durchschuss)

Der vertikale Abstand von Grundlinie zu Grundlinie.

Der Zeilenabstand (im Bleisatz „Durchschuss“) ist der Abstand zwischen den Zeilen. Für Fließtext sind etwa 120–150 % der Schriftgröße üblich; zu enge Zeilen erschweren das Lesen.

Strichkontrast

Der Unterschied zwischen dicken und dünnen Strichen.

Der Strichkontrast beschreibt, wie stark sich dicke und dünne Striche eines Buchstabens unterscheiden. Klassizistische Antiqua wie Didot hat hohen Kontrast, Grotesk-Schriften meist sehr geringen.

Siehe auch: Elegante Schriftarten

Schriftschnitt

Eine einzelne Variante einer Schrift, z. B. „Bold“ oder „Kursiv“.

Ein Schriftschnitt ist eine konkrete Ausprägung wie Regular, Bold, Light, Kursiv oder Condensed. Mehrere Schnitte einer Schrift bilden zusammen die Schriftfamilie.

Schriftfamilie

Alle zusammengehörigen Schnitte einer Schrift.

Eine Schriftfamilie umfasst alle aufeinander abgestimmten Schnitte einer Schrift (z. B. Light, Regular, Bold, Kursiv). Mit einer gut ausgebauten Familie lässt sich eine ganze Gestaltung mit nur einer Schrift umsetzen.

Kapitälchen

Großbuchstabenformen in der Höhe der Kleinbuchstaben.

Kapitälchen sind Versalien, die auf x-Höhe gezeichnet sind. Echte Kapitälchen sind eigens gestaltet und wirken ruhiger als künstlich verkleinerte Großbuchstaben – ideal für Abkürzungen im Fließtext.

Siehe auch: Schrift-Generatoren

Mediävalziffern

Ziffern mit Ober- und Unterlängen für den Fließtext.

Mediävalziffern (Minuskelziffern) haben unterschiedliche Höhen mit Ober- und Unterlängen und fügen sich harmonisch in Fließtext ein. Georgia verwendet sie standardmäßig.

Siehe auch: Serifenschriften

Versalziffern

Ziffern in einheitlicher Versalhöhe.

Versalziffern (Tabellen- oder Majuskelziffern) stehen alle auf gleicher Höhe wie die Großbuchstaben. Sie eignen sich gut für Tabellen und Zahlenkolonnen, weil sie ein ruhiges, gleichmäßiges Bild ergeben.

Versalien (Majuskeln)

Die Großbuchstaben einer Schrift.

Versalien sind die Großbuchstaben. Ganze Wörter in Versalien wirken laut und lesen sich langsamer – sparsam und mit etwas mehr Laufweite eingesetzt, können sie aber Akzente setzen.

Gemeine (Minuskeln)

Die Kleinbuchstaben einer Schrift.

Gemeine sind die Kleinbuchstaben. Ihr Wechsel aus Ober- und Unterlängen erzeugt das typische Wortbild, das schnelles Lesen ermöglicht.

Achse (Duktus)

Die Neigung der Rundungen einer Schrift.

Die Achse beschreibt, in welche Richtung die dünnsten Stellen runder Buchstaben zeigen. Renaissance-Antiqua hat eine geneigte, humanistische Achse, klassizistische Schriften eine senkrechte.

Siehe auch: Serifenschriften

Dickte

Die Breite eines Zeichens inklusive Seitenabständen.

Die Dickte ist der horizontale Platz, den ein Zeichen samt seinen Vor- und Nachbreiten einnimmt. Bei Monospace-Schriften ist die Dickte für alle Zeichen gleich.

Schriftgrad

Die Größe einer Schrift, meist in Punkt (pt).

Der Schriftgrad gibt die Größe an, traditionell in typografischen Punkt (pt). Für gedruckten Fließtext sind rund 10–12 pt üblich, am Bildschirm meist 16 px oder mehr.

Hinting

Anweisungen für die scharfe Darstellung bei kleinen Größen.

Hinting sind in die Schriftdatei eingebaute Anweisungen, die dafür sorgen, dass Buchstaben auf Bildschirmen mit wenigen Pixeln sauber dargestellt werden. Gut gehintete Schriften wie Verdana bleiben auch klein scharf.

Siehe auch: Serifenlose Schriften